Karikaturmuseum Krems: Wiedereröffnung mit Eduard Thöny

Erste Ausstellung nach der viermonatigen Sanierung des Hauses eröffnet

"... Den preußischen Leutnant stilisierte er zur Spottikone, dünkelhafte Standesherren, Heuchler in der Soutane, kriegstreibende Redner, neureiche Matronen, korpulente Bauern und protzende Sugardaddys mit ausgebeuteten Mädchen zählten zu seinen bevorzugten Motiven: Eduard Thöny (1866-1950) protokollierte ländliche, spießbürgerliche, piekfeine und Gossen-Milieus im Wilhelminischen Kaiserreich. Von Rosa Luxemburg ist der Ausspruch überliefert: 'Die Zeichnungen von Thöny sind gar keine Karikaturen, sondern einfach Fotografien nach der Natur, davon läuft hier eine Million auf der Straße herum.'

Architekt Gustav Peichl und Kulturjournalist Hans Haider haben die Schau kuratiert. Eine Wand mit Simplicissimus-Coverseiten bietet ebenso einen Querschnitt durch die Geschichte der legendären Satirezeitschrift wie ein mobiler Terminal mit der elektronischen Dokumentation aller 49 Jahrgänge (www.simplicissimus.info). Zur von Landesrätin Barbara Schwarz (ÖVP) vorgenommenen Eröffnung begrüßte Museumsdirektor Gottfried Gusenbauer unter anderem Thönys Enkelin, die Kunsthistorikern Dagmar von Kessel, und den Sammler Michael Seeber..."

Tiroler Tageszeitung / 13. Mai 2017

"... noe.ORF.at: Die Wiedereröffnung des Karikaturmuseums wird mit gleich zwei neuen Ausstellungen gefeiert. Was darf man sich erwarten?

Gottfried Gusenbauer: Einerseits gibt es den neu gestalteten Deix-Raum. Da zeigen wir großartige Klassiker seiner Arbeit, aber auch seine Underground-Comics aus den 1970er Jahren - die Arbeiten, die er gemacht hat, bevor er als Karikaturist durchgestartet ist. Und dann gibt es eine sehr interessante historische Ausstellung von Karikaturen - und zwar das Thema 'Simplicissimus'. Das war wirklich eines der international renommiertesten Magazine von 1900 bis 1930, ein unglaubliches politisches Magazin. Da haben wir uns einen der besten Zeichner herrausgesucht: Eduard Thöny. ..."

Julia Ernstorfer / noe.orf.at / 13. Mai 2017

"Dicke Salonlöwen und hemdsärmelige Arbeiterführer, feine Damen und intrigante Kirchenfürsten, arrogante Offiziere und listige Bauern: Für Eduard Thöny (1866-1950) waren die treibenden Kräfte der Gesellschaft um 1900 in ihrem Verhalten, den Maskeraden, Moden und psychologischen Fragilitäten alle gleich der Lächerlichkeit preisgegeben. Wenig radikal, sondern mit fein naturalistischem Strich hielt er ihnen zeichnerisch den Spiegel vor... "

Stefan Weiss / derstandard.at / 17. Mai 2017

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